Der Südhof
Die Umgestaltung des Südhofes
Eine "Klimafreundliche Spiel- und Begegnungsoase"
Die Idee, unseren Südhof umzugestalten, war nicht neu. Er befand sich seit Jahren in einem desolaten Zustand. Eine
sinnvolle Nutzung war nicht möglich. Im Mitarbeiterseminar Januar 2008 nahmen wir uns vor, diese Aufgabe endlich anzugehen. Neben der Hausleitung war im Wesentlichen das Team der Beratungsstelle mit der Planung, Koordination und Umsetzung dieses Projektes befasst.
Ziel sollte sein, unser Jugendzentrum durch eine Umgestaltung des Südhofs um einen grünen Spiel- und Begegnungsort zu bereichern. So haben wir zusammen mit einem Landschaftsarchitekten der Bürgerservice GmbH Pläne für ein Hofkonzept erstellt. Vorgesehen waren verschiedene Hochbeete mit entsprechender Bepflanzung, räumlich einander zugeordnete Holzdecks sollen Platz zum Sitzen, ‚Chillen’ und Picknicken bieten und für den Kontakt mit dem Element Wasser war ein Quellstein vorgesehen. Im April 2008 konnte der erste Entwurf unseres Projektes ‚Grüner Fleck’ im Jugendzentrum Mergener Hof präsentiert werden.
Daraufhin stellten wir einen Antrag an die Nikolaus Koch Stiftung, unser Konzept für die Umgestaltung des Südhof in eine ‚Klimafreundliche Spiel- und Begegnungsoase’ finanziell zu unterstützen. Nach den Sommerferien war es dann soweit. Wir erhielten die freudige Nachricht, dass unsere Projektidee vom Stiftungsvorstand positiv entschieden wurde.
Wir konnten endlich starten! Zu Beginn der Umgestaltung wurden für die schweren und fachlich anspruchsvollen Arbeiten wie der Abtransport der Betoneinfassungen, die Metallbeete sowie die Elektro-, Verputz- und Dachdeckerarbeiten regional ansässige Unternehmen beauftragt.
Gleichzeitig wurden unsere Jugendlichen an der Südhofgestaltung mitbeteiligt. Sie unterstützten die Handwerker in den einzelnen Gewerken tatkräftig und wurden zudem in einer praxisnahen Beschäftigungssituation qualifiziert. Hierbei lernten sie den Wert von Arbeitsleistung kennen und wurden in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Sozialkompetenz gestärkt.

Wir sammelten die unterschiedlichsten Erfahrungen während dieser Zeit. Den Einen ging es nicht schnell genug, die Anderen brachten immer wieder neue Ideen mit ein. Die Umgestaltung selbst erforderte während der Realisierung nicht geplante handwerkliche Änderungen, so dass das bisherige Konzept noch einmal überarbeitet und erweitert werden musste. Dies führte natürlich auch zu einem erhöhten Kostenplan. Neue Förderer und Spender für unser außergewöhnliches Projekt mussten gefunden werden. Dabei wurden wir unterstützt von sehr engagierten Freunden der MJC und von verschiedenen Handwerksbetrieben in der Stadt Trier. Als Hauptsponsor konnten wir schließlich neben der Nikolaus Koch Stiftung auch BILD hilft e.V. ‚Ein Herz für Kinder’ von unserem Konzept überzeugen und erhielten daraufhin weitere Spendengelder. Somit waren wir in der Lage, den neuen Plan in die Realität umzusetzen.
Ein zusätzlicher besonderer Aspekt war die Kooperation mit dem Projekt Kunst-Bau-Steine und dem Projekt BAU-ART in der Trägerschaft des Club Aktiv. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Maßnahme übernahmen unter fachlicher Anleitung und pädagogischer Betreuung die künstlerische Gestaltung des überdachten Teilbereiches des Südhofes mit dem Treppenabgang zum ,Kneipchen’ und erstellten Kunstobjekte für die Fassade des Glaskasten. Das Ziel der Projekte ist, Personen mit psychischen Beeinträchtigungen schrittweise wieder in den allgemeinen Arbeitsmarkt einzugliedern.

Zum Fest des 40-jährigen Bestehens des Jugendzentrums Mergener Hof im September dieses Jahres feierten wir dann endlich Richtfest im Südhof. Wir freuten uns, allen Besuchern die Ergebnisse unserer bisherigen Arbeit zu präsentieren. Der neue Südhof wurde von den Besuchern sofort positiv angenommen. Wir waren natürlich ein bisschen stolz über das einhellige Lob und die Anerkennung. Unserem Ziel, für unsere Kinder und Jugendlichen eine grüne Spiel- und Begegnungsoase in unserem Hause zu schaffen, sind wir ein ganzes Stück näher gekommen.
Inzwischen sind weitere Arbeitsschritte erfolgt: ein Quellstein wurde installiert, die Metallbeete sind alle mit Blumen und Gräsern und in drei Beeten zusätzlich mit Bäumen bepflanzt, ein Flachdach wurde begrünt und die Beleuchtung des Hofes angebracht.
Die Umgestaltung ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Durch die Witterungsbedingungen im Winter sind wir gezwungen, die weiteren Arbeiten bis zum Frühjahr zu verschieben. Feststellen können wir jedoch schon jetzt, dass sich im Jugendzentrum Mergener Hof eine graue, schattenlose Waschbetonwüste in eine farbig schimmernde Outdoor-Lounge für Kinder und Jugendliche verwandelt hat.

Wir sind sicher, dass nach endgültiger Fertigstellung unser Haus um eine Attraktion mit vielfältigem, nachhaltigem Nutzen für unsere weitere Arbeit bereichert wird.


























